(K) ein Albtraum

 

Lange schon singt die Schlange ihr Wiegenlied

und die Löwen kreisen um die Beute.

Die Stille taumelt dem kommenden Angriff entgegen

und andernorts verlässt das beladene Schiff

mit der hohen Gesellschaft den Hafen.

 

Die Grashalme zittern im aufkommenden Sturm

verbarrikadiert sind Fenster und Türen.

Donner und Blitz werden wieder Opfer schaffen

Kein Auge bleibt ohne Tränen;

und sacht, lautlos, gleitet die Schlange über die Felder.

Ihr Bauch wird monatelang von der Beute leben

(sowie der Löwe sie nun nicht mehr umkreist!).

Kalte Knochen klagen zum Himmel und die

Landschaft hat zu bluten begonnen

obwohl die Sonne vom Himmel lacht.

 

Weit weg, von all dem

fährt ein Schiff  mit Männern und Frauen

mit polierten Orden und Tand -

und einem Glas Wein in der Hand

Sie werden den Sieg und die  Hymnen

voll Lügen zu Papier dann bringen

und auch ein wenig um die Beute ringen

Noch immer gefesselte ist das eigene Land

Doch während Frauen, Kinder und alte Männer

ihre Lieder für die Toten darbringen

werden neue Sklaven, alte und neue Fahnen schwingen

 

© Isabella Bernardo, Wien 
alle Rechte vorbehalten.

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