die du uns Mutter bist

Du, die uns doch Mutter bist

Die Schönste, Liebste aller

Bewunderung erfährst du jeden Tag!

 

Wer ohne Augenlicht dich

niemals schauen kann

sehnt herbei, das Bild von dir

im Innersten.

Doch Schönheit allein

das bist du nicht

du schenkst in Fülle Vielfalt, Leben!

Ob die Erde deines Bodens

den Millionen, fleißige Würmer lockern

aus fruchtbarem Samen Gräser sprießen lässt,

Blumen, Kräuter und Getreide,

den Baum und den Busch –

ach so zahlreich uns bescheren,

Geschenke dieser Art und noch

viel mehr!

Es würde Tage, Monate dauern würde ich

all das benennen!


Du, die du uns Mutter bist, die Schönste, Liebste aller,

könntest du mit Worten zu uns sprechen:

Was würdest du in einer Minute nur, von uns erbitten?

Könntest du die Hitze in deinem Körper,

die Kräfte die du hast beschreiben – und –

wann dir zum Erbrechen ist

wenn wir Menschen dir die Bohrer in den

erdigen Körper treiben um dir die Funken deiner Existenz aus lauter Gier entreißen!

Oder brüllst du auf weil deine schwarzen Adern,

Tonnen und Barrel-weise zum Bluten dir geöffnet werden?

Und wenn die Winde deine Meere peitschen

Wale, Delphine spielerisch auf ihren Wellen reiten –

was fühlst du, Mutter Erde

wenn ätzende Flüssigkeiten sich mit dem Salz des Wassers mengen?

Was für ein Gemisch im Schein der Sonne

über dem Haupt der Arktis

lässt nun dein Klima toben

um die Berge aus Eis zu schmelzen

während die Bären auf den Schollen

treiben ohne Land in Sicht?


Die Trauer mengt sich ohne Trost mit dem

letzten ihrer Schreie

in wundersamer, klarer Kälte!

Wie viele Tonnen Plastik, wie viel

atomaren Müll hast du auf deinem

Weg zum Sterben, uns all

der Wunder staunenden Menschen,

in jedem Atemzug davon gespürt?

Du, die du uns eine Mutter bist, uns

Menschen und jedem wilden Tier,

hast niemals uns enttäuscht -

was, Mutter, wird dein

Schicksal sein?


Wirst du zerbrechen

einfach explodieren

weil dich nichts mehr zusammen hält?

Wirst du verbrennen weil dein Fieber

steigt und steigt, und zudem dann aus

skrupelloser Hand, noch mehr dir brennt

den wunden Leib?

Werden Rauch und Gift

deine Lungen vorher noch zum Kollabieren bringen

oder werden deine Därme Lavaströme speien

und alles Grün mit einer Kruste überziehen die

alles Leben dann vergessen lassen?


Du, die du uns unsere Mutter bist und niemals hast geklagt

dein Schmerz ist nun nicht mehr zu übersehen!

Wie gerne würde ich dich trösten

und deine Wunden heilen!


Doch Halt! Ich bin hier nicht die Einzige

die wohl in Trauer,

dir nicht ganz die Wahrheit sagt!

All das, was dir in deinem langen Leben

zum Nachteil hat gereicht,

das ist von jedem einzelnen Menschen aus

purem Egoismus nur geschehen!

Denn während du in deiner so

perfekt dargebrachten Natur uns deine Liebe

hast geboten

rüsten wir dich - und uns -

zum endgültigen Sterben…

 

© Isabella Bernardo, Wien 
alle Rechte vorbehalten.

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