Als wär´s in einer andern Welt

Als wär´s in einer andern Welt
In die ich heut´ gegangen!
Als würden tausend Blumen sprühen
Wie ein Feuerwerk so hell.
Bunte Farben spielten
Mir den Märchentraum
Von Hütten, Lämpchen, Weihnachtskugeln
Und einem Weihnachtsbaum!
Da waren rote Weihnachtsmützen,
Duft von Brezeln, süß und fein
Mancher Stand lud Mann, Frau,
Kind,                                                                
auf heißen Punsch auch ein.
Doch ich folgte wie gebannt
Dem Glitzern von bunt bemaltem Glas
Auf denen Christkind, Weihnachtsmann
So manch verschmitzter Engel saß.
Den weichen Mädchen-Bübchen-Puppen
Zog man richtige Kleider an
Daneben  gab es weiß-braune Bären
denen man Schleifen hat umgetan.
Ein wahres Heer aus kleinem Spielzeug,
rot, blau, gelb und grün bemalt
Schlitten, Schneemann und Glöckchen
Zwangen mich zu manchem Halt.
Und als ich dann so weiter ging
Ich musste fast laut lachen:
Da fragte ich mich ob die Luftballons
An ihren langen Schnüren
Die kleine „Ballonfrau“
Wollten gar entführen.
An spitzen Spießen aufgesteckt
Hab´ ich dann Süßes noch entdeckt
Es war wie eine Parade
Aus Äpfeln, Nüssen und Bananen
Überzogen mit weißem Zuckerguss
Oder dunkler Schokolade.
Die vielen Krippen konnte ich
Nicht zählen
Manche ein paar Zentimeter nur
Oder ganz, ganz große
Konnte man da wählen!
Unzählige rote Herzen
Schwebten auf einem sonst kahlen Baum
Darunter ein nostalgisches Karussell
Ein wahrer Kindertraum!
Ach könnte ich in dieser Welt
In der das Kind ist hin bestellt
Ein wenig nur verweilen:
Ich säße in der Eisenbahn
Sie müsste nur im Schritt
Mit mir darin wohl "eilen".
Ich lutschte auch an Zuckerstangen
Und fiele ich gar hin
Jemand würde mich wohl (auf-) fangen!
Würde ich vom Schauen müde werden
Man würde mich hochheben…
Ich könnte an einer warmen Brust,
Schon längst im Gehen,
Nur einmal noch das Christkind sehen.

 

© Isabella Bernardo, Wien 
alle Rechte vorbehalten.

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