Brief an das Kind zu Weihnachten

Liebes Kind!

Ich habe Dir die Neugierde geschenkt, weil man neugierig sein muss, um diese Welt verstehen zu lernen, sich Wissen anzueignen. Darum habe ich auch Deine Frage gehört, vor einem Jahr, als Du meintest, dass es das Christkind nicht gebe, dass Du nicht glaubst, dass es Dir Gaben unter den Baum legen könnte.

Wisse, ich sage alles sehr direkt, und ich sage es mit meinen Worten, daher, lies dies gut durch!

 

An dem Tag, an dem ich geboren wurde war der Himmel und die Welt im Aufruhr. Man hat gewusst, dass ich in einem Stall zu Bethlehem das menschliche Leben beginnen werde.

Für Menschenkinder ist es nicht ganz einfach, verstehen zu können wie das so mit der Göttlichkeit ist, daher bitte ich Dich, auch daran zu denken, was Du bisher über Gott sowohl in der Kirche als auch in der Schule gehört hast. Einiges davon, das verrate ich Dir, ist ein wenig holprig überliefert worden, was heißt, man hat es da mit der Erzählung wie es wirklich gewesen ist, nicht so genau genommen.

 

Also, ich habe genau so wie Du, das Licht der Welt erblickt, um meinem Vater im Himmel Gehorsam zu erweisen.

Wären der Ochs und der Esel im Stall nicht gewesen, wären sowohl Maria und Josef, aber auch ich erfroren, denn niemand wollte uns in sein Haus lassen, weil wir Fremde waren und die Herzen der Menschen zu hart gewesen sind, um Mitgefühl gegenüber dem Nächsten walten zu lassen.

Es war der Deal zwischen Gott Vater und mir, den Menschen nochmals eine Chance zu geben, bevor das Jüngste Gericht tagen wird, denn die Zeit, in der ich geboren wurde, war eine Zeit in der die Liebe nicht sehr präsent gewesen ist und die Menschen sich nicht an die Gebote halten wollten.

 

Sicherlich hast Du auch erzählt bekommen, dass ich die Jahre, die ich auf der Erde weilte, den Menschen gezeigt habe, wie man durch gute Worte, gute Taten und den Frieden, den ich in die Welt getragen habe, von all jenen, die mir zuhörten und an das Gute glauben, geschätzt wurde und sie mir ihre Liebe als Dank für meine Beispiele, die ich ihnen gezeigt habe, geschenkt haben. Ich habe keinen von ihnen je vergessen, ich habe nichts von all dem, was sie getan oder gesagt haben als selbstverständlich angesehen oder es gar zu wenig geschätzt.

So, wie ich jeden Menschen als etwas Besonderes schätze, so, wie jeder Mensch der in diese Welt kommt, auch ganz einzigartig ist, auch wenn man jemandem ähnlich ist, noch immer nur einzigartig sein kann, genau so, ist die göttliche Liebe und die göttliche Macht einzigartig. Nichts wird jemals ähnlich sein, nichts wird jemals an der Liebe und dem Frieden, den gläubige Menschen praktizieren und weiterreichen, zerstören können. Je mehr Menschen es sind, desto mehr Menschen können das göttliche Ziel des Friedens und der Freude vorbereiten!

 

Als ich letztlich von jenen, die nicht daran glaubten, dass ich als Sohn Gottes in diese Welt gekommen bin, und als Sohn Gottes diese Welt wieder verlassen habe, weil ich es so vorgesehen hatte, zum Tode verurteilt wurde, da, liebes Kind, wurde der Himmel ganz dunkel und die Seelen der Menschen lagen am Boden. Viele von ihnen folgten den Aposteln und auch Maria, sie alle wollten meinem Wunsch entsprechen, von ihnen lernen und weiterreichen, was mein Wille ist.

 

Einige Menschen haben sich in diesen vielen Jahren besonders bemüht und so, wie meine Geburt und mein Tod Aufsehen erregt haben, so hat auch ihr Leben und ihre guten Taten Aufsehen erregt. Ein gutes Beispiel davon ist Nikolaus der die Armen beschenkt hat, und so, wie ich, hat auch er eines Tages diese Erde verlassen.

 

Liebes Kind, die Wunder dieser Welt werden immer in den Herzen der Menschen geboren, ihre Worte, ihre Taten werden unvergessen sein und so, habe ich bestimmt, und so, wird das Gute weitergereicht, wie das Licht von Bethlehem, welches Du vielleicht vor dem Hl. Abend mit Deinen Eltern holst. Dieses Licht ist das Sinnbild der Freude, dass ich geboren wurde und ich mich zum Gast auf dieser Erde machte.

Alles, was Dir mit den Augen an dieser Welt gefällt, alles, was Dein Herz in Liebe höher schlagen lässt, alles, was Du fühlst, wenn Du Mitgefühl haben kannst, wenn Du das Bedürfnis hast, jemandem zu helfen, all das, ist aus dem göttlichen Willen entsprungen und die einzige Aufgabe die Du hast in diesem Leben ist, jenes weiterzureichen!

 

Deine Neugierde also, zu erfahren, ob es das Christkind gibt oder nicht, mag vielleicht nicht gestillt werden, denn das erste Christ-Kind hat es zweifelsfrei gegeben, doch das Christ-Kind, gibt es mit jedem Kind, das das Licht dieser Welt erblickt. Und so, wie es in einer Familie Kinder gibt die besonders gut geraten, weil sie den Eltern keine allzu großen Sorgen machen, so gibt es Kinder die dem Vater im Himmel Sorgen bereiten, doch das große Herz des Göttlichen erlaubt es den Menschen, jeden Fehler zu korrigieren!

 

Die größten Geschenke die Du in Deinem Leben erhalten wirst, werden nicht jene sein, die Du in Papier verpacken und mit großen, wunderschönen Schleifen verzieren kannst. Es werden die Geschenke wie: Gesundheit, Frieden und Freude sein! Du wirst erkennen, wie wunderschön diese Erde ist und jeden tiefen Atemzug in dem Du den Duft der würzigen Tannen riechen kannst, wird von einem Glücksgefühl begleitet sein.

Wenn Du morgens die Sonnenstrahlen in Deinem Gesicht spürst, oder wenn Du ein Bad in klarem Wasser nehmen kannst, dann wirst Du das Gefühl der absoluten Zufriedenheit erfahren! Wenn Du einen Freund, den Du schon länger nicht gesehen hast und der Dir gefehlt hat plötzlich wieder siehst, wird Dein Herz, ohne auch nur einen winzigen Funken von eigennützigen Gedanken plötzlich schneller schlagen, und Deine liebevolle Umarmung wird auf diesen Freund überspringen.

Wenn Dir die Gnade geschenkt ist, ein Kind in die Welt zu setzen, werden an dem Tag an dem es geboren wird, Deinen Augen die freudvollsten Tränen des berührten Seins und der Dankbarkeit entströmen und Du wirst den Wunsch verspüren, den wichtigsten Eid Deines Lebens zu leisten – jenen, dieses Kind zu ehren, zu lieben und zu schätzen, es zu umsorgen und von allem Bösen fern zu halten.

Und eines Tages, wirst Du wissen, woher die schönsten Geschenke kommen, und Du wirst wissen, dass sie nur von dort kommen, wo die besten Herzen in dieser Welt liegen.

Du wirst wissen, dass die vielen helfenden Hände vor und zu Weihnachten wohl mit keinem irdischem Geschenk das Heil und Glück in diese Welt bringen können, aber, Du wirst begreifen, dass sie die Illusion eines Märchens aufrecht erhalten, damit sie ihrer Liebe entsprechend Ausdruck verleihen, wenn es ihnen vielleicht daran mangelt, dass sie diese Liebe mit Worten perfekt beschreiben können.

 

Ein frohes und besinnliches Fest, das Du in Gedanken mit der Geburt Jesus Christus beginnen könntest!

 

© Isabella Bernardo , Wien 

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