Die Galeere der Europäischen Union

Wie großartig ist die Erkenntnis, dass Theresa May ‚..wieder eine Ohrfeige’ einstecken musste!

Die Medien alleine sind es nicht, die sich am Misserfolg einer Politikerin weiden, die ganz offensichtlich schon längst nicht mehr den eigenen Misserfolg ausbügeln möchte, sondern jetzt nur mehr um die Zukunft ihres Landes kämpft:

Von den meisten Parlamentsmitgliedern verhöhnt, bietet sich selbst das sonst so konservative Haus als ein Ort, in dem man sich mittlerweile nicht schämt, sich der Sprache und Mittel jener zu bedienen, die es nicht besser gelernt haben.

Das englische Volk hat eine Entscheidung getroffen und hat offenbar sehr schnell vergessen, warum sie diese getroffen hat.

Nicht T. May hat all die Unterschriften zum Austritt Großbritanniens gegeben, sondern Hunderttausende, die sich ihrer Entscheidung nun nicht mehr sicher sind.

Scheinbar aber ist das jenen Menschen entgangen, die uns täglich mit „News“ versorgen?

 

Englands Bürger waren vor einigen Monaten der Meinung, dass ihnen die Mitgliedschaft in der EU mehr Nachteile als Vorteile verschafft. Sie haben erkannt, dass ihr Leben, so wie auch wir das unsere, nur einmal leben können, und das von Versuchen, Einbußen, Lügen und Doktrin bestimmt sein wird; die Früchte, die uns allen von den Politikern versprochen wurden, sind jetzt ganz deutlich mit dem Vorzeichen „Vielleicht“ gekennzeichnet, und wenn überhaupt kommen sie erst der nächsten Generation zugute.

 

Nachdem sich die EU als Gemeinschaft von wirtschaftlichen Bündnissen aber auch Kulturen präsentiert hat, ist es nicht verwunderlich, dass nun Unmut aufgekommen ist.

Wir brauchen nicht nach Großbritannien zu blicken, nicht nur dort ist das Volk aufgewacht und hat erkannt, dass die EU als Verein von Lobbyisten der Wirtschaft zu verstehen ist, welche nun, einmal gebildet, die Hand auf das Vermögen und die Eigenständigkeit der einzelnen Mitgliedstaaten legen.

Vorgaben, die vielfach nicht eingehalten werden können oder aber nur mit immer größeren Anforderungen an jeden einzelnen Menschen beschlossen werden, sollen nun kommentarlos von all diesen Menschen geschluckt werden?

 

Menschlichkeit ist nicht gefragt! Wer gegen die EU ist, wird diffamiert, die nunmehr große Bühne ist bereit für das Spiel der Mächtigen. Es ist nicht zu verwundern, dass das britische Volk die Notbremse gezogen hat – und nun die Auswirkungen schon im Vorfeld als das zu spüren bekommt, was es ist:

Der Psychokrieg der nun ausgetragen wird, beruht darauf, dass Großbritannien bei diesem Spiel nicht mehr mitmachen will.

Ob man damit einverstanden ist oder nicht, es gilt jedoch zu akzeptieren und zu respektieren, dass der Wille eines ganzen Volkes zum Ausdruck gebracht wurde. Überall, wo das ignoriert wird, erkennt man die diktatorische Tendenz und die Freigabe hin zur Gewalt. Nicht umsonst ist der Rechtsruck in den letzten zehn Jahren in Europa erkennbar. Die Sorge, die Angst auch gegenüber der Weltpolitik im Allgemeinen, sind dafür ebenso verantwortlich wie die Tatsache, dass sich die Menschen nach wie vor mit ihren Herkunftsländern verbunden fühlen.

Man schürt die Angst der Menschen und bringt sie nach und nach dazu, das Wesentliche gänzlich aus den Augen zu verlieren: Den Frieden. Die Humanität.

Doch erst, wenn dieses Ziel erreicht ist, ist ein guter, wirtschaftlicher Zusammenhalt möglich, denn Vertrauen ist die Basis von Gemeinsamkeiten.

Wie soll Großbritannien eine Lösung finden, wenn die derzeitige Verhandlungsbasis Hohn, Repressalien und Panikmache ist?

 

Weil die Bürger von Großbritannien ihre Entscheidung getroffen haben, setzt man alles daran, einen Kopf dafür rollen zu lassen um zu bekommen, was zu erwarten sein wird: Großbritannien soll wirtschaftlich in die Knie gezwungen werden, Theresa May als Premierministerin soll dafür geopfert werden um dieses Ziel zu erreichen, auch dann, wenn das Land entzweit wird. Man würde hier einmal mehr, billigend in Kauf nehmen, dass es zu Ausschreitungen kommt. Wenigstens die Menschen der „großen Insel“ sollten hinter ihrer persönlichen Entscheidung und hinter ihrer Premierministerin stehen.

  

Anstelle von Einigkeit des so stolzen Volkes Großbritanniens, muss T. May nun mit dem Affront des eigenen Parlaments kämpfen, das es ihr unmöglich macht, und somit natürlich den Bürgern des eigenen Landes ebenso, gute Resultate zu erzielen und somit für einen geordneten Austritt aus der EU zu schaffen.

 

Stattdessen, dass sich die Europäische Union die Frage stellt, wie es zur britischen Entscheidung kommen konnte und dort ansetzt Verbesserungen zu schaffen, wird Europa der Maßstab dafür, ob den Menschen in ihren doch unterschiedlichen Kulturen, in langer Zukunft gestattet sein wird, noch frei zu denken  und freie Entscheidungen treffen zu dürfen!

 

Im Gegensatz zu den britischen Parlamentariern ist vielen Menschen in Europa nicht mehr zum Lachen! Es zeigt, dass die Würde des Menschen (bezogen auf das Verhalten gegenüber Theresa May), Toleranz und Einheit der Menschen, in Wahrheit gar nicht gefragt sind.

Einmal mehr hat sich erwiesen, dass Macht und Gier die Antriebsfeder von Veränderungen großen Ausmaßes sind; doch nicht nur das, sondern offenbar auch die Dummheit nicht mehr zu erkennen, dass Veränderungen welche positiv herbeigeführt werden wollen, eben Zeit brauchen.

  

Dieses Beispiel zeigt nun anderen Mitgliedstaaten was passiert, wenn sich die Menschen für ein „Nein“, somit gegen die EU, entscheiden würden.

 

Es wäre endlich an der Zeit, dass wir Menschen lernen, dass wir nicht dazu bestimmt sind, in einer Galeere im Takt zu rudern, sondern dass wir unsere „Schiffe“ zuerst einmal reparieren müssen, um letztlich gemeinsam als Flotte den Ozean zu durchqueren.

Die Briten haben das offenbar erkannt, während ihre Wahrnehmung nunmehr von anders Denkenden bewusst und diffamierend in Frage gestellt wird.

 

© Isabella Bernardo , Wien 

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