Unseriöse Medizin – Vertuschung

 

Ich möchte hier in erster Linie eine Warnung an meine Mitmenschen geben:

Vertrauen Sie bitte bei anstehenden Operationen in erster Linie auf die Notwendigkeit einer solchen! Vertrauen Sie Ihrem Arzt soweit, indem Sie sich vor Augen halten, dass er Ihnen eine Empfehlung gibt und Sie auch über den Verlauf, die Konsequenzen aber auch die möglichen Konsequenzen hinweist.

Sollten Sie vor allem Ihre Zustimmung zu einer Operation für eine obsorgepflichtige Person geben, so halten Sie sich bitte vor Augen, dass Sie dies nach bestem Wissen und Gewissen tun müssen, dass sie in diesem Fall eine weitreichende Entscheidung treffen, die z.B. Ihr Kind, einen Elternteil oder andere nahe stehende Personen treffen werden. Vor allem, wenn es sich um Personen handelt, die für Menschen verantwortlich sind, deren Angehörige unerreichbar sind bzw. nicht mehr leben, wäre es mehr als empfehlenswert darüber nachzudenken, dass diese Person unter Umständen Ihre Entscheidung eines Tages – was im Prinzip nur dann geschieht, wenn diese, Ihre Entscheidung zur Verschlechterung des vorhandenen Gesundheitszustandes beiträgt – überdenken wird und möglicherweise, so wie ich, an Ihre Verantwortung rückführen werden.

Ich kann Ihnen nur empfehlen, mindestens eine weitere Meinung eines anderen Arztes einzuholen, warum, lesen Sie in der Folge. Auf jeden Fall sollte es in Ihr Bewusstsein treten, dass die Medizin, der wir alle vertrauen müssen, noch immer nicht so weit ausgereift ist, dass fixe Aussagen getroffen werden können, zumal Ärzte auch durch Erfolge lediglich ihr Image pflegen, im umgekehrten Fall jedoch alles daran setzen werden, dass man Misserfolge oder gar schwere Fehler nicht beweisen kann. Am besten zeigt sich das, wenn Sie sich einmal genau die Zustimmungserklärung zu einer Operation abgeben müssen. Lassen Sie den Gedanken zu, dass Sie durch diese Zustimmung einen Großteil der Verantwortung bei Misserfolgen, persönlich übernehmen obwohl Sie nicht alle Fakten erfahren haben – und selbst wenn, werden Sie kaum beweisen können, dass das Krankenhauspersonal z.B. nicht während der Ausübung ihrer Tätigkeit an einen Infekt gelitten hat, die Sie, gerade einmal frisch operiert, tatsächlich genauso gut das Leben kosten kann, weil z. B. dadurch etwa Staphylokokken, Streptokokken, was auch immer, an Sie übertragen wurden.

Sie werden nie erfahren, ob der Chirurg einen Fehler gemacht hat, weil er Medikamente oder Alkohol zu sich genommen hat, oder sie haben vielleicht Pech weil ein Gegenstand in ihrem offenen Körper vergessen wurde. Soweit es geht, wird man von Seiten eines Krankenhauses immer darum bemüht sein, Ihnen solche Details nicht zur Kenntnis zu bringen, es sei denn, es wäre nicht vermeidbar wie etwa die Entfernung (definitives Beispiel das in einem Krankenhaus passiert ist) von Hoden, wenn eine andere Operation geplant gewesen ist.

Die Vielfalt von Fehlern bei Operationen, von Misserfolgen ist für uns Laien nicht abschätzbar, was abschätzbar ist, ist die Tatsache, dass der Gesetzgeber leider Gottes auch hier die Stärkeren mehr beschützt als die Schwächeren, die Wissenden mehr unterstützt als die Unwissenden die sich in deren Hände begeben.

Ich muss nun hier, an diesem Punkt sagen, dass ich sehr wohl weiß, wie sehr wir dem Großteil der Mediziner dankbar sein müssen, dass sie, korrekt arbeitend, unser Vertrauen auch verdienen.

Wie immer erachte ich es hier als notwendig, auch hier auf jene zu zeigen, die es mit der Ehrlichkeit nicht so genau nehmen, die schlampig arbeiten, die skrupellos jede Möglichkeit nützen um sich zu profilieren, einmal Erfolg gehabt, als unfehlbare Götter sehen und nicht bedenken, dass sie Menschen die sich vielfach kurzzeitig in einem außergewöhnlichen, körperlichen Zustand befinden, schaden. Oder jenen, wie mir, die vom System her entweder vergessen wurden oder aber nicht wertvoll genug angesehen wurden, um zu verhindern, dass eine unerprobte Methode, mit zu diesem Zeitpunkt nur wenig vorhandenen Probanden („in Frage kommende Patenten“), im wahrsten Sinne des Wortes verschandelt und geschädigt wurden.

 

Wie ich schon früher erzählt habe, war ich ein Heimkind das Polyomyelitis gehabt hat. Ich habe jedoch zu meinem damaligen Glück alles tun können, was andere Menschen tun konnte! Nur wenn man genau hingesehen hat, dann konnte man ein etwas dünneres Bein feststellen und ich bin mit dem Fuß ein wenig nach „innen“ aufgetreten, was ein Hinken zur Folge gehabt hat.

Man sagte mir – als ich zwischen dem 13. und 14. Lebensjahr gewesen bin, dass mein Bein um 3,5 cm kürzer als das andere sei und dieser Eingriff notwendig sei, wenn ich den Beruf einer Krankenschwester ausüben wolle. Man sagte mir auch, dass ich nach diesem Eingriff ein Jahr lang einen Gips tragen werden müsse.

 

Natürlich, als Kind mit gefestigten Zielen wollte ich Krankenschwester werden und vertraute darauf, dass mit Ausnahme des zu tragenden Gipses auf einen so langen Zeitraum, diese Operation mich dieses Ziel erreichen lassen würde. Ich wurde nicht einmal darüber aufgeklärt, dass jede Narkose ein Risiko bedeutet, dass man auch daran sterben kann! Hätten sie das getan, hätte ich einer Operation ab diesem Zeitpunkt nicht zugestimmt.

Wesentlich war jedoch, dass diese Entscheidung nicht durch mich alleine getroffen wurde. Ich weiß jedoch nicht, was man der damaligen „Fürsorge“ an Informationen gegeben hat. Ich weiß nur, dass ich letztlich meine Zustimmung geben hätte können, und die Operation nicht durchgeführt worden wäre, hätte man diese Entscheidung nicht durch einen Erwachsenen untermauert.

 

Unabhängig davon, dass es schon beim Eingriff selbst eine Panne gegeben hat – indem der Unterschenkel meines Beines künstlich gebrochen werden hätte sollen, und erst eine Woche später durch den Zug, den der Apparat (siehe Zeichnung, die jedoch nicht ganz korrekt sein muss, da ich ihn nur aus meiner Erinnerung heraus zeichnen konnte)  auf diesen Knochen ausgeübt hat, erst gebrochen ist. Die Schmerzen, die ich zu diesem Zeitpunkt hatte waren unnötig, eine Folter

Nachdem dieser Apparat entfernt wurde, bekam ich einen Gips der bis zur Hüfte gereicht hat – die vier langen Nägel wurden ein halbes Jahr im Bein belassen.

 

 

Nach dem Entfernen der Nägel, bekam ich  zu Beginn des Sommers wieder einen Oberschenkelgips den ich ein weiteres halbes Jahr tragen hätte müssen, wozu es jedoch nicht gekommen ist. Durch plötzlich auftretende Schmerzen, die bei mehreren Ambulanzbesuchen in Abrede gestellt wurden,  entschloss man sich bei einem neuerlichen Aufsuchen der Amublanz  wegen plötzlich auftretenden Fiebers nachzusehen, was der Grund sein könnte. Man vermutete damals, dass der Gips möglicherweise im Operationsgebiet etwas zu eng angelegt worden sein könnte. Als man ihn also aufschnitt und den oberen Teil abnehmen wollte, verlor ich das Bewusstsein.

 

Ich bin in der Folge in operiertem Zustand aufgewacht und habe erfahren, dass ich eine massive Osteomyelitis hätte. Ich wurde nicht darüber aufgeklärt, was diese Krankheit für mich bedeutete. Ich wusste nicht, dass diese Krankheit bewirken sollte, dass ich die (normalerweise) schönsten Jahre meines Lebens, nämlich meine Jugend schwer krank sein würde. Ich hatte nahezu drei Jahre lang bis zu 41 ° Fieber, in meinem Körper wütete eine Krankheit die mein Knochenmark angegriffen hatte. An meinem Unterschenkel hatte sich eine etwa zwanzig Zentimeter große, etwa drei Zentimeter tiefe, eitrige Wunde gebildet, mein Körper stieß den Knochen der mich durchs Leben tragen hätte sollen ab. Ich roch in diesen Jahren nach Eiter, Verwesung und Medikamenten. Ich wurde mit Vibramycin, Glaxoridin, Refobacin und Penicillin Infusionen behandelt, die Bakterien wurden teilweise resistent gegen die Antibiotika. Es wurden neunzehn Eingriffe in Narkose vorgenommen, meine Heimat waren Krankenzimmer im Krankenhaus.

 

Nebenbei ist zu bemerken, dass ich während all dieser Zeit höchstens acht bis zehnmal Besuch erhalten habe. Es hat mit mir kein Mensch über meine Erkrankung gesprochen und als ein Mädchen, das ursprünglich mit mir im Kinderheim gelebt hat an einer anderen Erkrankung gestorben war, hatte ich dermaßen Depressionen, dass ich mir mit fünfzehn Jahren das Leben nehmen wollte, weil mir zu diesem Zeitpunkt erst klar wurde, wie krank ich selbst gewesen bin, weil mir plötzlich klar geworden ist, dass ich nicht wusste, wie lange ich den Zustand und die furchtbaren Schmerzen ertragen werde müssen.

 

Als ich, gerade einmal sechzehn Jahre alt, schließlich ein Baby bekam (ja, ich war nach Zuneigung süchtig, entsprechend unaufgeklärt und daher in diese Lage gekommen, als ich zwischendurch um ein „Hospitalisierungssyndrom zu verhindern“ ab und zu am Wochenende ins „offene“ Kinderheim entlassen wurde), hat man mich während dieser Zeit ein einziges Mal was die Schwangerschaft betrifft untersucht und trotz Ablehnung noch weitere viermal operiert – obwohl die Operationen zuvor Misserfolge gezeigt haben – und ich unterstelle jetzt, dass man damit einen Abortus auslösen wollte weil nach diesen Operationen nicht der Frage galt: Wie geht es dir jetzt sondern: Hast du Bauchschmerzen?, Bekommst du die Menstruation?  - und die Schwester ist mit der Bettschüssel neben mir gesessen).

Als ich im vierten Monat schwanger gewesen bin, hat man mich in die häusliche Pflege entlassen: Mit einem Dauerrezept für Vibramycin, Buscopan zur Schmerzbekämpfung, mit einem Dauerrezept für Verbände – und keinen Terminen mehr im Krankenhaus da der Hausarzt alles Weitere erledigen würde!

 

Der Hausarzt behandelte mich bereits nahezu ein Jahr lang als ich meine erste Anstellung in einem Krankenhaus erhielt. In diesem ganzem Zeitraum hatte ich als „Normale Körpertemperatur“ mindestens 38 ° C Fieber, lebte damit wie gesunde Menschen, verrichtete meine Hausarbeit, versorgte mein erstes Kind und übte schließlich damit meinen Beruf aus, solange, bis es zu diesem Zusammenbruch gekommen ist.

Ich hatte Glück im Unglück, dass ich an diesem Krankenhaus gearbeitet habe (so nahe liegt das Gute und Schlechte neben einander…), hatte Glück, dass ich Herrn Dr. Spitzy als ersten Kontakt bekam der schließlich die richtigen Maßnahmen ergriffen hat! Mit nur zwei weiteren, allerdings einer sehr schweren Operation, konnte die Osteomyelitis schließlich endlich, nach drei Jahren zum Stillstand gebracht werden. Und dafür bin ich den guten Medizinern dankbar, mehr als ich es in Worte fassen kann.

 

Nun, es war notwendig, trotz allem, Orthopäden aufzusuchen. Das Bein war nun länger, ich persönlich geschwächter, konnte nicht mehr tun was ich früher konnte. Ich konnte keinen Freizeitsport mehr ausüben, das Schicksal eben, das Personen mit Handicaps haben. Damit hätte ich mich durchaus als ein vernünftiger Mensch abfinden können was ich jedoch nicht konnte war, mich mit den Schmerzen abzufinden!

 

Erwachsen geworden habe ich erkannt, dass ich nicht mein Leben lang mit Schmerzmittel voll pumpen konnte, also habe ich lernen müssen, so gut es geht ohne sie auszukommen. Ich habe immer wieder, vor allem in den Jahren nach 1989 als die Schmerzen schlimmer wurden, Orthopäden aufgesucht, an meiner anderen Dienststelle – ebenfalls im Ambulanzbereich, habe darüber geklagt, dass mein Knie und die Lendenwirbelsäule unerträglich schmerzen was jedoch vorerst als mangelnde Arbeitsbereitschaft interpretiert  wurde. In der Folge jedoch zeigte sich, dass mein Knie eine Schrägstellung eingenommen hat und meine Wirbelsäule einen Bandscheibenvorfall zeigte. Was kommen musste geschah: Ich war wieder auf Medikamente angewiesen die mir den Arbeitstag erleichtern sollten, ab und zu erhielt ich Massagen, doch letztlich riet man mir in Pension zu gehen. Ich war nun eine sechsunddreißigjährige Frau, die mit weniger als die Hälfte des Einkommens auskommen musste, die Pension änderte nichts an der Tatsache der Schmerzen. Einmal, im Zeitraum zwischen dem Jahr 2005 und 2007 riet mir mein Orthopäde bei dem ich nun bereits einige Jahre in Behandlung gewesen bin zu einer Umstellungsosteotomie.

Er erklärte mir diese Operation dermaßen, dass man aus dem Unterschenkel einen Knochen auf einer Seite keilförmig herauslösen würde, und ihn auf der anderen Seite einzusetzen um das Knie wieder gerade zu stellen (so ähnlich habe ich es in Erinnerung). Er klärte mit einem Prof. eines Krankenhauses telefonisch die Situation und ich sollte bei ihm vorsprechen. Das Resultat auf Grund der Röntgenbilder war, dass dieser Professor gemeint hat, er würde die Hände davon lassen, diese Operation nicht machen wollen da die Gefahr einer neuerlichen Osteomyelitis zu hoch sei. Ab diesem Zeitpunkt erhielt ich eine Kniebandage die an den äußeren Bereichen mit einem Metallstück verstärkt waren. Dieser Verband sollte die Schmerzen lindern, zeigte aber nur anfänglich etwas Wirkung, und schließlich keine mehr, hielt auch auf Grund der fortschreitenden Schrägstellung nicht mehr.

 

Im November 2010 flehte ich meinen Orthopäden an, „irgendetwas zu tun“, da die Schmerzen immer unerträglicher wurden. Er empfahl darauf hin eine Orthese, also einen Stützapparat der speziell angefertigt werden sollte und mein Bein komplett „gerade stellen“ würde. Auch hier würde ich in den ersten Monaten mit Schmerzen auf Grund der (Rück-) Umstellung rechnen müssen! Dabei stellte sich nun heraus, dass mein Bein um die drei Zentimeter die es verlängert worden war, nun zu lange sei. So würde nun, beim Geradestellen meines Beines, das gesunde Bein kürzer sein und bei diesem müsse nun, durch einen Ausgleich am Schuh, die nötige, fehlende Höhe ausgeglichen werden.

 

Ab diesem Zeitpunkt war mir klar, weswegen mein Bein „ausgewichen“, also in die Schräglage gekommen war, ich diese enormen Schmerzen habe.

Ich habe meinen Orthopäden zu dem ich Vertrauen hatte gefragt, weswegen niemand das gesehen hat, und ab diesem Zeitpunkt war das gute Verhältnis zerstört. Er meinte ärgerlich, dass damals die Beinverlängerung präventiv gemacht worden wären, und in meinem Fall, auf Grund des normalen Wachstums, eben nicht notwendig gewesen sei. Auf meine Bitte hin, mich doch zu unterstützen, dass ich zum einen diese Orthese und sämtliche Kosten was die Erhöhung des Schuhes betreffen würde, als auch eine Entschädigung für die unnötigen Schmerzen die ich immerhin die zumindest letzten zwanzig Jahre haben musste, lehnte er ab. Natürlich, musste er doch zugeben, dass er an die Möglichkeit eines zu langen Beines nicht gedacht hatte! (Ich möchte nun nicht unterstellen, dass man mir das bewusst auf Grund von Konsequenzen, verschwiegen haben könnte).

 

Ich bat nun den Patientenanwalt der Stadt Wien mich zu unterstützen, was er auch tut, doch sind die Möglichkeiten offenbar begrenzt.

Hiezu muss man bemerken, dass Anwälte sich auf die Beurteilung von Ärzten verlassen müssen. Nun stelle ich den Brief, den ich erhalten habe, zur Gänze hier auf diese Seiten.

 

Er soll zeigen, dass Ärzte nicht gegen Ärzte aussagen. Er soll zeigen, dass Bewertungen getroffen werden, die gar nicht getroffen werden können denn schon zu Beginn des Briefes wird erklärt, dass meine Operation notwendig gewesen sei, ohne auch nur ein einziges Zustandsbild von mir zur Verfügung zu haben, wie er vor der Operation gewesen ist – habe ich doch selbst keine!

 

Zudem wird behauptet, dass, gerade bei der Osteomyelitis!, bei der der Knochen vom Körper abgestoßen wird, wo ich drei Jahre lang abgestorbene Knochen aus meiner Wunde entfernen musste (als ich nur mehr vom Hausarzt behandelt wurde – der übrigens keine weiteren Maßnahmen getroffen hat als einmal wöchentlich die Wunde zu begutachten, zu bedauern, wie arm ich sei), es wird also behauptet, dass durch diese Osteomyelitis, mein Knochen durch die vermehrte (Entzündungs-) Durchblutung zum erhöhten Wachstum angeregt worden sei.

 

Es wurde auf meine Frage, Kritik, warum man mir nicht die Erhöhung des Schuhes am gesunden Bein empfohlen hatte nicht eingegangen, ganz im Gegenteil, man verschleiert diese Frage, indem man eine Vermutung äußert, dass ich womöglich gar froh sein sollte, dass man das nicht getan hat, weil das kranke Bein einer höheren Belastung ausgesetzt gewesen wäre, und somit eine noch stärkere Abweichung des Gelenkes hervorgerufen haben könnte. Aber man empfiehlt mir nochmals schwere Operationen, und das, nachdem ich, um das Fass voll zu bringen, vor zehn Jahren ein Sarkom in einem anderen Körperbereich hatte und daher mein Immunsystem wohl nicht das Beste ist!

 

Wer jemals eine Osteomyelitis gehabt hat, bekommt einen Lachkrampf unter Tränen des Zorns, wenn man diese Bewertung liest Man stellt fest, dass die Ärzte alles richtig gemacht hätten, nun:

 

Ich denke, dass in der heutigen Zeit, unabhängig von den enormen Kosten, die ich der Krankenkasse in meinem Leben verursacht habe, würde kein verantwortungsbewusster Arzt überhaupt eine solche Operation, unter meinen Umständen, empfehlen. Man würde ganz im Gegenteil empfehlen, hätte überhaupt eine Beinverkürzung bestanden,  diese mittels eines Schuhausgleiches (sogar Innenschuhausgleich) zu korrigieren. Kein normaler Arzt würde das Risiko einer Osteomyelitis – die zudem noch als unvermeidbar behauptet wird, empfehlen! Es würde bei einer unvermeidbaren Osteomyelitis die, vor allem damals – oder auch heute? nicht selten zum Tode geführt hat, überhaupt eine Operation an einem Knochen empfehlen. Kein Mensch würde eine Operation freiwillig über sich ergehen lassen wenn er wüsste, dass er daran sterben kann, es sei denn, es wäre die letzte Chance zum Überleben – und das war bei mir sicherlich nicht der Fall! Ich war ein damals gesundes Mädchen, das es in der Freizeit liebte, den Ballsport auszuüben, zu tanzen, zu wandern, das lediglich einen Fehler hatte: Es wusste, was es in seinem Leben erreichen wollte und hatte etwas bekommen, was, und so empfinde ich es, ein Verbrechen gewesen ist! Es hatte keine Jugend, es hatte trotz aller anderen, widrigen Lebensumstände immer einen ungeheuren Willen zur Disziplin sich selbst gegenüber, denn hätte ich diese Disziplin nicht, wäre ich heute durchaus ein Mensch, der medikamentenabhängig wäre!

 

Ich habe bisher noch keinen Orthopäden gefunden, der mir Erleichterung bringen könnte, weil ich nicht weiß, wer überhaupt kompetent genug ist, zudem habe ich einen enormen Vertrauenseinbruch erlitten. Auf Grund meiner Erkrankung und der letzten eineinhalb Jahre, habe ich die Erfahrung gemach, dass ich, wie man auch aus dem unten stehenden Schreiben entnehmen kann, es als Mensch in dieser Gesellschaft nicht wert bin, einen Ausgleich zu erhalten, eine ordentlich Behandlung im orthopädischen Bereich erwarten kann – belehrt mich irgendjemand eines Besseren?

 

Ich erhoffe mir durch diesen Bericht die Unterstützung von Menschen, Medien, Ärzten und des Rechtes.

Ich erhoffe mir, dass endlich bei Misserfolgen und Fehlern wir alle, Patienten und zukünftige Patienten, Menschen die dumm stürzen, Autounfälle und andere Unfälle haben, all jene, die von einem ähnlichen Schicksal in Mitleidenschaft gezogen werden könnten wie ich, die nötige Unterstützung, die Empathie aber auch einen Ausgleich erhalten – damit wir, wenn sich der Zustand verschlechtern sollte, vorsorgen können, damit wir, das, was an Fehlern passiert ist und uns einschränkt, auf andere Weise korrigieren können, uns in unserem Leben etwas mehr an Freude auf anderer Ebene gönnen dürfen.

 

Dazu ist jedoch wieder einmal der Gesetzgeber aufgerufen, Fairness zu schaffen indem Fehler, wenn sie schon nicht mehr korrigiert werden können, in Hinkunft zumindest auch sichtbar und fühlbar durch eine Entschädigung an die Betroffenen, ausgeglichen werden!

 

 

 

© Isabella Bernardo , Wien 

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