Der Turm

Isabella Bernardo

Der Turm, er kann es kaum glauben,
sieht keine Ritter mehr die rauben.
Hat seine Braut nie mehr gesehen,
muss einsam auf der Wiese stehen.

Vieles hat er schon erlebt,
auch die Erde hat gebebt.
Drum fiel hinab die hohe Spitze,
landete auf der Felsenritze.

Ein Falkenweib, und ihre Brut,
hat sich bei ihm auch ausgeruht.
Doch als der Blitz hat sie  erschreckt,
hat er die Geister aufgeweckt.

Die stöhnen nun durch das Gemäuer,
in Übermut legten sie gar Feuer.
Ein Zufall dass der Regen kam,
dem Feuer seine Brunst so nahm.

Nun steht der Turm, wohl eingeschwärzt,
bricht jedem, der ihn sieht das Herz.
Die Geister lachen sich schief und krumm,
was sind doch die Touristen dumm!

Was machen die denn für ein Theater,
doch mahnt und warnt sie da der Vater:
"Auch wenn der Turm alt und gebrechlich,
vergesst nicht, hier lebt es sich gemächlich!"

 

Rückblick

 

© Isabella Bernardo , Wien 

alle Rechte vorbehalten.

 

 

 

Feedback

Links

Impressum